Ichwahn und Allmachtsphantasie – der Antichrist als Gegenbild zu Christi Wiederkunft
Vortrag – Frank Hörtreiter – Hannover
Frank Hörtreiter: wurde 1944 in Dresden geboren. Er studierte Philosophie in Tübingen und wurde anschließend Priester der Christengemeinschaft. Seit 1970 war er in den Gemeinden Hamburg, Hannover, Stuttgart und wieder Hannover tätig. Bis 2023 war er der Öffentlichkeitsbeauftragte der Christengemeinschaft. Frank Hörtreiter lebt in Hannover, ist verheiratet und hat vier Kinder und acht Enkel.
Über den Vortrag: Der reine Mensch ist eine schillernde Bezeichnung. Was ist Menschlichkeit ohne Christus? Der Antichrist ist schon früh eine klar umrissene Figur gewesen; ein Doppelgänger Christi am Ende der Zeiten. In der monumentalen Marienkirche in Frankfurt/Oder gibt es drei Fenster, die glücklicherweise durch Abbau im 2. Weltkrieg und Abtransport nach St. Petersburg bewahrt und wieder eingesetzt worden sind: sie schildern die Schöpfung, Christus und den Antichrist. Eine Zeitlang war dieser für die Christen so weit entlegen wie die Engel, aber heute wird er wieder wichtig, zumal viele von uns sich in apokalyptischen Zeiten fühlen. Der Vortrag am 3. April soll diese Gestalt schildern, aber auch die Missverständnisse, die sich oft im Bereich der Christengemeinschaft und Anthroposophie damit verknüpfen, als ob er „der“ Widersacher sei. Rudolf Steiner hat sich dazu klar geäußert. Eines seiner Verdienste war ja, die Vielgestaltigkeit des Bösen nachfühlbar und verstehbar zu machen; die Christengemeinschaft verdankt ihm viel.